Landesgruppe Osnabrück im Verband für Kleine Münsterländer e.V.

Zuchtwertschätzung

 

Der Jäger hat in seiner Kulturgeschichte viele Schritte gemeinsam mit seinem Jagdgenossen Hund gemacht und dabei gelernt, dass es ohne ihn nicht geht.
Deshalb gab und gibt es seit Jahrhunderten verantwortungsbewusste Jäger, die sich der Zucht des Jagdhundes verschrieben haben.
Bei der Vielfalt der früheren Zuchtversuche ist auch die Jagdhundrasse „Kleiner Münsterländer“ entstanden.

Als Rasse definieren wir eine Gruppe untereinander verwandter Tiere, die sowohl in ihrer äußeren Erscheinung als auch in ihrer genetischen Vererbung einander so ähnlich sind, dass, wenn man sie untereinander paart, sie Nachzuchten mit körperlichen Eigenschaften, die denen ihrer Eltern weitgehend gleich sind, hervorbringen.

Züchten heißt zwar, Welpen zu erzüchten und diese interessierten Besitzern zu übergeben, es heißt aber auch, durch geeignete Paarungen die Rasse für die Zukunft fit zu machen.

Die Standardbeschreibung und die Zuchtordnung bestimmen die Regeln.
Der KlM- Verband hat deshalb schon in den 80er Jahren eine Zuchtwertschätzung aufgebaut, in der alle KlM der Population erfasst sind. Sie umfasst 11 Eigenschaften und gibt Auskunft über die geschätzte positive oder negative Erblichkeit der jeweiligen Eigenschaft.

Dieses sind: Spurlaut (Sp), Nase (Na), Lebende Ente (LE), Suche (Su), Vorstehen (Vo), Führigkeit (Fü), Schußfestigkeit (SF), HD (HQ), Laut (Lt), Nabelbruch (NB) und Schulterhöhe (SH).

Die Zuchtwerte werden dadurch ermittelt, dass man Informationen von allen Nachkommen über die jeweilige Eigenschaft feststellt und dann die Korrelation dieser Nachkommenschaft von einem Computerprogramm berechnen lässt.
In der Zuchtwertschätzung des Kleinen Münsterländers beträgt der Rassedurchschnitt aller Werte 100.
Hat also ein Zuchthund in einer bestimmten Eigenschaft den Wert 90, dann sollte man bei der Anpaarung einen Partner wählen, der diesen Wert ausgleicht oder steigert.

Beispiel: Hündin Wert Sp (Spurlaut) 90, sollte mit einem Rüden ausgeglichen werden, der den Wert Sp 110 oder größer hat, damit die Nachzucht mindestens auf den Wert 100 kommt. Nachzucht kommt von den Züchtern.

Sie entscheiden, welche Hündinnen zum Zuchteinsatz kommen.
Haben sie sorgfältig die Vorzüge und Fehler ihrer Hündin analysiert, sollten sie nach einem Rüden Ausschau halten, der nach Möglichkeit alle Vorzüge besitzt, aber nicht die Fehler.
Der Vergleich der Ahnentafeln, der Blick ins Zuchtbuch und das Betrachten eines Fotos des Rüden ist heute nicht mehr ausreichend.
Beide Elterntiere sind sorgfältig zu analysieren. Die Zuchtwertschätzung ist ein hervorragendes Mittel, die geschätzte Erblichkeit, der für Jagdhunde relevanten Eigenschaften, festzustellen und dem Jäger, der einen KlM erwerben möchte, bietet sich dadurch die Möglichkeit sich für einen Welpen zu entscheiden dessen Zuchterwartungswerte seinem persönlichen Geschmack bzw. seinen jagdlichen Möglichkeiten entsprechen.